Reiseziel
Lucca
Lucca lässt sich auf zwei Ebenen kennenlernen: zunächst auf einem Abschnitt der Stadtmauer, danach zwischen den Plätzen, Kirchen und kleinen Straßen innerhalb des Rings. Die erhaltenen Befestigungen dienen heute als Spazierpark von rund 4,2 Kilometern Länge. Sie bieten einen guten Orientierungspunkt, zu dem man zwischen Besichtigungen zurückkehren kann. Wir schlagen zwei ruhige Tage mit einer Übernachtung vor. Der erste gehört den Plätzen und der Kathedrale, der zweite einem Turm, dem Garten und der Mauerpromenade. Bei einem kurzen Aufenthalt wählen Sie einen Innenbesuch und einen Aussichtspunkt. Weniger Stationen lassen mehr Raum für die Stadt zwischen den Sehenswürdigkeiten.
Beste Reisezeit
Für einen Aufenthalt mit vielen Spaziergängen würden wir Frühling oder Herbst wählen. An heißen Tagen bietet sich ein früher Rundgang auf der Mauer an, mit einer längeren Pause zur Tagesmitte. Bei Regen tauschen Sie den Spaziergang mit dem Kathedralenbesuch und legen den Turmaufstieg auf einen passenden Wetterabschnitt.
Schauen Sie vor der Terminwahl in den städtischen Veranstaltungskalender: Ein Konzert oder Festival kann selbst der Anlass der Reise sein. Wer vor allem den Stadtalltag erleben möchte, vergleicht zuerst das Programm und die Unterkünfte für die gewünschten Tage und legt anschließend die Route fest.
Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten
Am ersten Tag betreten Sie das Zentrum von der Porta San Pietro aus und gehen zur Kathedrale San Martino. Achten Sie im Inneren auf das Grabmal der Ilaria del Carretto von Jacopo della Quercia. Nach einer Pause führt der Weg über die Piazza San Michele zur Piazza Anfiteatro. Ihr ovaler Grundriss bewahrt die Form des römischen Bauwerks; heute umgeben Häuser den Platz, keine antiken Zuschauerränge.
Beginnen Sie den zweiten Tag mit dem Guinigi-Turm, sofern Sie Treppen steigen möchten: Auf seiner Spitze wachsen Steineichen. Ein zweiter Turm ist anschließend nicht zwingend nötig. Interessanter kann es sein, die von oben gesehenen Straßen zu Fuß zu erkunden. Nach dem Mittagessen passen der Botanische Garten oder weitere Gassen innerhalb der Mauern dazu.
Zum Abschluss wählen Sie einen weiteren Abschnitt der Mauerpromenade. Sie müssen den Ring nicht auf einmal umrunden; mehrere kurze Spaziergänge zeigen unterschiedliche Seiten der Stadt. Bei nur einem Tag verbinden Sie Kathedrale, Piazza Anfiteatro und ein Stück der Mauer. Der Turm ersetzt dann einen anderen längeren Besuch.
Praktische Tipps
Der Guinigi-Turm hat keinen Aufzug; nach oben führen Treppen. Stimmen Sie den Aufstieg auf die Möglichkeiten aller Mitreisenden ab. Die Aussicht von der Mauer lässt sich auch als eigener Programmpunkt gestalten. Prüfen Sie vor dem Besuch auf der städtischen Buchungsseite die aktuellen Reservierungsbedingungen für Turm und Botanischen Garten.
Im Zentrum empfehlen wir einen Fußweg. Ein Fahrrad würden wir vor allem für den Mauerring erwägen, abhängig vom Betrieb und der eigenen Sicherheit im Sattel. Bei Anreise mit dem Auto fragen Sie die Unterkunft nach Zufahrt und Parkplatz. Im Zentrum gelten Verkehrsbeschränkungen; eine nahe Adresse bedeutet nicht automatisch, dass man bis zur Tür fahren kann.
Anreise und Fortbewegung
Luccas Bahnhof liegt vor der südlichen Stadtmauer an der Piazza Ricasoli. Von dort führt der Fußweg zur Porta San Pietro und in die Altstadt. Die offizielle Tourismusinformation nennt Bahnverbindungen mit Pisa, Florenz und Viareggio. Prüfen Sie den konkreten Zug und mögliche Umstiege für Ihren Reisetag.
Bei einem Flug nach Pisa planen Sie Flughafenfahrt und Weiterreise mit dem Zug als getrennte Etappen. Lassen Sie nach der Landung Spielraum und bringen Sie das Gepäck zunächst zur Unterkunft. Für den Abreisetag würden wir einen kurzen Spaziergang nahe dem passenden Stadttor wählen, damit vor dem Zug keine lange Querung der Altstadt nötig ist.
Unterkunft
Beim ersten Besuch würden wir innerhalb der Stadtmauer nach einer Unterkunft suchen: So lässt sich zwischen Morgenprogramm und Abend leicht eine Pause einlegen. Vergleichen Sie die Gegend um Kathedrale und südliche Tore bei Anreise mit der Bahn; rund um die Piazza Anfiteatro liegt der Schwerpunkt eher auf dem nördlichen Teil der Altstadt.
Fragen Sie vor der Buchung nach Stockwerk, Aufzug, Gepäckaufbewahrung und Lage der Fenster. Außerhalb der Mauern zählt der tatsächliche Weg durch das nächste Tor. Mit Auto sollten Zimmerpreis und Parkkosten gemeinsam betrachtet werden.
Essen und Spezialitäten
Probieren Sie Tordelli, die örtliche gefüllte Pasta mit Fleisch, häufig mit Fleischragù serviert. In den Bäckereien finden Sie Buccellato, ein traditionelles Gebäck mit Rosinen. Daraus werden zwei unterschiedliche Pausen: ein Mittagessen und eine kleine Einkehr oder ein Einkauf fürs Frühstück.
Wir würden die Spezialitäten auf mehrere Mahlzeiten verteilen. Fragen Sie nach Füllung und Sauce, denn Familienrezepte unterscheiden sich. Vom Buccellato lohnt sich zunächst eine kleine Portion, bevor Sie für die Weiterreise eine größere Menge auswählen.